Siehe auch http://www.google.com/search?q=kiezmiliz+site:redaktion-bahamas.org und http://redaktion-bahamas.org/aktuell-archiv.html

Es folgt eine Kopie von http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Fatwa_in_der_schanze.html (25. Februar 2005)

Eine Kiez-Fatwa bestätigt:

Kein Rederecht für Islam-Kritiker in der Schanze!

In Memoriam Hatun Sürücü (1982 – 2005)

Berlin-Tempelhof, 22.02.2005: In beißender Kälte stehen dreihundert Menschen, davon die Hälfte türkischer Herkunft, an jener Bushaltestelle, an der am 07.02.2005 die 23jährige Hatun Sürücü allen Anschein nach von ihren drei Brüdern hingerichtet wurde, weil sie die Ehre der Familie beschmutzt habe. Auf dieser vom Türkischen Bund und vom lesbisch-schwulen Verband Deutschland (LSVD) organisierten Kundgebung brandmarkten alle Rednerinnen und Redner jene Lizenz zum Töten, von der immer mehr Männer im Zeichen der islamischen Alltagskultur auch in Deutschland Gebrauch machen. Allein in Berlin sind außer Hatun Sürücü seit Ende Oktober weitere vier Frauen von ihren Männern ermordet worden, weil sie aus der Ehehölle ausbrechen wollten. In Hamburg wurde das Urteil im Namen der einzigen und wahren Religion erst vor ein paar Tagen an Brigitte O. von ihrem Mann Ergün Kaya vollzogen.

Hamburg am gleichen 22.05.2005. Die Betreiber des Cafés SternChance kündigen der antifaschistischen Gruppe Bad Weather und der Antideutschen Gruppe Hamburg den Mietvertrag über den Versammlungsraum. Dort sollte am 25.02.2005 eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Jihad und multikulturelle Gesellschaft“ stattfinden, auf der sich kritisch mit der unheimlichen Liebe der Deutschen zum Islam auseinandergesetzt werden sollte. Die Referenten, der Redakteur der Zeitschrift Bahamas Justus Wertmüller und ein Vertreter des Bündnisses gegen IG-Farben Berlin waren von sogenannten Antifaschisten für nicht würdig befunden worden, im geheiligten Bezirk der Hamburger Linken, dem Schanzenviertel, aufzutreten. Die linke Kiezmiliz, die noch kein türkisches Mädchen vor der Zwangsverheiratung bewahrt hat und den Kopftuchzwang verteidigt, der arabische und türkische Mädchen in gemeinster Weise auf ihr zukünftige Rolle als Menschen zweiter Klasse gewaltsam einschwört, hat beschlossen, zwei dezidierten Kritikern der fortschreitenden Islamisierung der türkischen und arabischen Community den Maulkorb zu verpassen. In der Schanze reichte ein Hausbesuch durch Mitglieder der Kiezmiliz aus, um die Café - Betreiber davon zu überzeugen, den vereinbarten Mietvertrag einseitig zu kündigen. Das Café SternChance möchte nicht im Ruf stehen, Rassisten, ja Faschisten, wie die Referenten in einschlägigen Kreisen verunglimpft werden, Gelegenheit zur Verbreitung ihrer Thesen gegeben zu haben. Man weiß ja, wozu Kiezmilizen in der Lage sind, wenn man ihnen nicht willfahrt.

In ganz Deutschland läuft seit der rituellen Schlachtung des Filmemachers und Islamkritikers Theo van Gogh am 02.11.2005 durch einen bekennenden Islamisten eine Debatte, an der sich zunehmend nicht religiöse Organisationen und Einzelpersonen aus der sogenannten türkischen Community beteiligen – eine Debatte, die endlich ausspricht, was eigentlich jeder weiß: Hinter der Forderung nach Respekt für eine angeblich friedliche und humanistische Religion, hinter der Verherrlichung „fremder Kulturen“ verbergen sich die Mörder und Sklavenhalter. Es sind die Mörder von Hatun Sürücü und Theo van Gogh, aber auch jene Familienoberhäupter, die ihre Töchter verschachern und ihre Söhne zu gewaltbereiten Hilfssheriffs der Familienehre abrichten. Hinter der Forderung nach Respekt und Toleranz verbergen sich darüberhinaus die Kollaborateure aus der deutschen Mehrheitsgesellschaft, die sich als selbsternannte Antirassisten anheischig machen, die unmenschlichen Verhältnisse, unter denen Hunderttausende zu leiden haben, gegen jede Kritik zu immunisieren. In ihren Augen ist jede Kritik an Zwangsverheiratungen und Ehrenmorden rassistisch, jede Kritik am Islam rücken sie in die Nähe des Neofaschismus. Das Problem ist nicht, daß man im Schanzenviertel versucht, unbequeme Inhalte zu zensieren, das Problem ist auch nicht, daß davon die Gruppe Bad Weather, die Antideutsche Gruppe Hamburg, das Berliner IG-Farben-Bündnis oder die Bahamas betroffen sind. Das ist lästig, aber damit kann man umgehen und natürlich wird die Veranstaltung „ Jihad und multikulturelle Gesellschaft“ am gleichen 25.02 an einem anderen Ort in Hamburg stattfinden. Das wirkliche Problem ist vielmehr, daß die sanften Unmenschen der Mehrheit der Migranten aus islamischen Ländern aus lauter gutem Willen in den Rücken fallen. Das Verdikt, Rassisten oder Handlanger der Rassisten zu sein, das sich angeblich nur gegen die genannten antisemitismus- und islamkritischen Gruppen richtete, meint in Wirklichkeit längst auch all jene Türkinnen und Türken in Hamburg, die sich als laizistische, ungläubige und westlichem Lebensgefühl verpflichtete Menschen gegen den islamischen Tugendterror in ihrer Community zur Wehr setzen.

Umso dringlicher ist es, gegen die linken Kollobarateure des Tugendterrors eine Forderung, auf die es nach der Hinrichtung von Hatun Sürücü ankommt, in aller Kompromißlosigkeit zu pointieren:

Kizlarin ve kadinlarin temel hakklari icin özgürlügü seven insanlar olarak yan yaninda islamciligina karsi mücadele edelim!

Zu deutsch: Laßt uns, als freiheitsliebende Menschen, Seite an Seite für die Grundrechte der Mädchen und Frauen gegen den Islamismus kämpfen!

Antideutsche Gruppe Hamburg Bad Weather

Es folgt eine Kopie von http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/palli-flugi-20-3-02.html (20. März 2002)

Keine Antisemiten auf dem Kreuzberger 1. Mai! Gegen „Palästinablöcke“ und „zionistenfreie Zonen“!

I. Der unheimliche Aufmarsch

Friedrichshain, Ende Februar: Die Parole „Zionisten freie Zone“ kann in der Rigaer Straße und Umgebung auf mehreren Hauswänden bestaunt werden, in einem Fall ergänzt um die in archaisierendem Nazi-Stil for mulierte Botschaft „Jüden = Mörder“.

Berlin-Kreuzberg, 13.03.2002: Einige Menschen, die Plakate zur Erinnerung an die mehr als 600 ermorde ten Menschen kleben, die seit dem Beginn der Al-Aksa-Intifada sterben mußten, weil sie Juden waren und in Israel leben wollten, werden von der Kiezmiliz ultimativ aufgefordert, ihr Tun einzustellen. Israel sei ein Terrorstaat und keinen Deut besser als das NS-Regime es gewesen sei. Solche Plakate werde man in Kreuzberg nicht dulden. Als Bandenführer agierte der verdiente 68er Dieter Kunzelmann. Die kiezfremden Personen wurden in der Folgezeit beschattet und alle Plakate abgerissen.

Frankfurt, 15.03.2002: Auf einer Bündnisveranstal tung der trotzkistischen Linksruck-Gruppe und paläs tinensischer Organisationen mit dem Thema „Paläs tina muß leben“ entrollen einige Menschen ein Trans parent mit der Aufschrift „Solidarität mit Israel – nieder mit Deutschland!“. Augenblicke später werden die Aktivisten von Linksruck-Leuten und Palästinen sern tätlich angegriffen, einer von ihnen regelrecht zusammengeschlagen.

Berlin, 16.03.2002: „Palästina muß leben“ ist auch das Motto der Demonstration eines „Solidaritätsbündnis für Palästina“, die sich am Breitscheidplatz versam melt. 2000 Leute sind gekommen, aufgerufen von der vereinigten Palästinensischen Gemeinde, Linksruck, Attac, dem Antikriegsplenum der TU, dem Dritte-Welt-Zentrum BAOBAB und anderen. Auf dieser Demonstration wurden Transparente mit der Land karte eines Groß-Palästinas präsentiert, auf denen sich der Staat der Palästinenser vom Jordan bis zum Meer ausdehnt – von Israel keine Spur mehr. Es wurde das bekannte Bild vom kleinen Mohammed-al-Dura an klagend hochgehalten, wie er in Todesangst hinter seinem Vater kauert, ein Junge, von dem jeder wissen kann, daß er sich als Märtyrer der Al-Aksa-Intifada schon deshalb nicht eignet, weil er von palästinensi schen Schützen und nicht vom „Kindermörder Israel“ getötet wurde. Auf dieser Demonstration wurde von den Anwesenden eine Gruppe junger Männer lauthals begrüßt, die mit grünem Märtyrer-Stirnband, entspre­chenden Fahnen und zur Schau getragener festlicher Begeisterung die öffentlichen Selbstdarstellungen der palästinensischen Selbstmordattentäter in Ramallah und anderswo nachahmten. Handelte es sich wirklich nur um eine propagandistische Nachahmung oder bereiten sich auch hierzulande bereits Islamisten auf Selbstmordattentate gegen jüdische Einrichtungen vor? Auf dieser Demonstration wurde im Aufruf und in mehreren Redebeiträgen das Rückkehrrecht aller 1948 und 1967 „vertriebenen“ Palästinenser – nach eigener Rechnung mehr als 2 Millionen – ins israeli sche Kernland gefordert, heutzutage der politisch korrekte Aufruf zur Zerstörung des jüdischen Staates. Auf dieser Demonstration schließlich wurde eine israelische Fahne – beschmiert mit einem schwarzen Hakenkreuz – unter dem Gejohle der Menge mit Dul dung der deutschen Polizei verbrannt. Am gleichen Tag, dem 16.03.2002 gegen 19.30 Uhr abends werden auf den Eingangsbereich der Trauer halle des jüdischen Friedhofs in Berlin-Charlottenburg zwei Rohrbomben geworfen, die auch detonierten. Wer war’s? Nazis? Linksdeutsche Antizionisten? Djihadisten? Oder autonome Kiezwarte? Berlin, den 18.03.2002: Das Bündnis „Solidarität mit Palästina“ kündigt seine Beteiligung an den Ostermär schen an und mobilisiert zur bundesweiten Demonst ration am 13. 04. 2002, dem „Tag des Bodens“, wie man das auf palästina-deutsch nennt. Und: Auf der 1.-Mai-Demonstration in Kreuzberg, so wird erneut bekräftigt, wolle man sich mit einem „Palästinablock“ beteiligen.

II. Wie braun ist eigentlich rot?

Wir verstehen den sogenannten „revolutionären 1. Mai“ in Kreuzberg immer auch als ein ausdrücklich antifaschistisches Ereignis. Aufrufende Gruppen und vorwiegend anwesende Klientel verbürgten das bis lang hinreichend. Antifaschismus in Deutschland kann nichts anderes als die Bestrebung meinen, sich jeder Form des Nationalsozialismus in diesem Land entge genzustellen. Im Nationalsozialismus ist – im Unter schied zu anderen Faschismen, mit Ausnahme des aktuellen palästinensisch-islamistischen – der elimi natorische Antisemitismus stets notwendig enthalten. Weil der deutsche Faschismus sich nicht zufällig als deutscher Sozialismus präsentierte, sind seine Parolen und Losungen häufig klassisch linkem Vokabular nur allzu ähnlich. Dieses Problem, mit dem die KPD schon Ende der Weimarer Republik zu kämpfen hatte und das sie durch immer schauerlichere Anbiederun gen an Sprache und Programmatik der völkischen Konkurrenz aufzulösen meinte, ist seit dem Zusam menbruch des Warschauer Pakts wieder besonders virulent. Spätestens seit der Ausrufung der sogenann ten Al-Aksa-Intifada im Herbst 2000 und verstärkt seit dem 11.09.2001 fällt auf, daß der Kampf um die „Be freiung der Völker“ von was auch immer längst nicht mehr nur Domäne der Linken ist. Ein Blick in Nazi-Netzwerke, etwa dem der „Jungen Nationaldemokra ten“, beweist, daß die Parole „Palästina – das Volk muß siegen“ dort genauso Gemeingut ist wie der Auf ruf, gegen den „zionistischen Siedler-Kolonialismus“ „gemeinsam“ zu kämpfen. Das Rückkehrrecht aller „vertriebenen“ Palästinenser, deren Zahl sich – wie sonst nur die der Schlesier und Sudetendeutschen – seit ihrer „Flucht“ wundersam potenziert hat, dieses „Recht“ sich etwas anzueignen, was man nie gesehen geschweige denn besessen hat, ist hüben wie drüben unhinterfragbarer Bestandteil der Gesinnung.

III. Ein Fall für die AntiFa

Wenn also am 1. Mai 2002 in Kreuzberg Leute mar schieren wollen, für die ein Freund Israels ein „Zio nistenschwein“ ist, dem „aufs Maul“ geschlagen ge hört, sollte verschärftes Mißtrauen angezeigt sein. Wenn solche Leute sich mit Friedrichshainer oder Kreuzberger Kiezmilizen zusammentun sollten, für die eine erst „zionistenfreie Zone“ Heimat bedeutet wie für andere die „national befreite“, dann ist antifa schistischer Handlungsbedarf angezeigt. Wenn solche deutschen Linken schließlich erklären, in einer Front mit der „Vereinigten palästinensischen Gemeinde“ marschieren zu wollen, hinter der sich das Al-Aksa-Bündnis verbirgt, also die Phalanx der Feinde des Osloer Abkommens, dann sollte das nicht nur ein Problem für Leser der Bahamas sein, sondern genauso für solche der Jungle World oder selbst der Interim. Denn hinter dieser vereinigten Gemeinde verbirgt sich nicht nur die „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP), die heute noch den jüdischen Staat katego risch ablehnt, gleich in welchen Grenzen, und mit ihr die „Hamas“ und andere Islamisten, die die Ermor dung israelischer Zivilisten ausdrücklich gutheißen, sondern auch Personen, die heute noch die Ab schlachtung des RZ-Mitglieds Gerd Albartus durch fanatisierte palästinensische Mörder gutheißt. Wenn in einem solchen Bündnis ein Nationalrevolutionär wie Dieter Kunzelmann, den in Sachen Israel-Haß vom früheren Genossen Horst Mahler nichts unterscheidet, zusammenmarschiert mit Leuten, die die israelische Fahne verbrennen, die ungeniert von „jüdischen pres sure groups“ in den USA daherreden und sich mit keinem Wort von der barbarischen und faschistischen Praxis des Selbstmordattentats distanzieren, dann müßte es doch zumindest einigen dämmern, daß es höchste Zeit ist, etwas zu tun.

Wenn Leute, die für die menschliche Emanzipation zu demonstrieren vorgeben, nichts dabei finden, daß die palästinensische Bevölkerung von ihren Oberen sys tematisch verhetzt und verheizt wird – vom Schulbuch über die Medien bis hin zur Selbstmörderakademie –, die nichts dabei finden, daß andauernd sogenannte Kollaborateure gelyncht werden, dann haben wir es mit dem Versuch zu tun, scheinbar humanistisch und Dritte-Welt-solidarisch ein unrettbar völkisches An liegen am erklärten Antivolk abzureagieren. Ver schanzt hinter scheinbar legitimen Rechten des „pa­lästinensischen Volkes“ soll endlich einmal wieder den Juden aufs Haupt geschlagen werden. Verschanzt hinter linkem Gesinnungskitsch bricht sich hemdsär melig und von keinem Selbstzweifel mehr geplagt deutsches Massenbewußtsein Bahn, wie man es vom heimatvertrieben Nobelpreisträger Günther Grass schon kennt und vom Joseph Fischer angesichts seiner unheimlichen Vergangenheit ahnt. Was die völkischen Genossen der bankrotten deutschen Linken mit dem palästinensischen Volkssturm eint, was den Islamisten und den deutschen Nazi zur Verbrüderung im Geiste drängt, wie sollte man es anders bezeichnen als das antisemitische und nationalsozialistische Bedürfnis? Wenn also auf einer Demonstration oder während eines ganzen antifaschistischen, ja revolutionären Protesttags allen Ernstes Antisemiten von der Art des „Solidaritätsbündnisses“ mit einem „Palästinablock“ antreten sollten, wie sie ankündigen, wäre es ange­zeigt, einigen sportlichen Ehrgeiz, den man gemeinhin Körtings grünen Horden widmet, auf einen Feind zu richten, der unter Antikapitalismus nur noch eine Aktionsgemeinschaft zionismusgefährdeter Deutscher fassen will. Das heißt keinesfalls, daß Innensenator Körtings Truppen nicht ebenfalls verschärfte Auf merksamkeit gewidmet werden sollte. Sie waren es schließlich, die es am 16. März – trotz erheblicher, besonders ziviler Präsenz – nicht für angezeigt hielten, die Verbrennung der mit einem Hakenkreuz be schmierten israelischen Fahne zu unterbinden oder gar die entsprechenden Täter in Gewahrsam zu nehmen.

In diesem Sinne:

Für einen antifaschistischen 1. Mai! Für Israel – gegen die völkische Konterrevolution! Für den Kommunismus, d. h. die Emanzipation von Arbeit und Staat, von völkischem und antisemitischen Wahn!

Antideutsche Kommunisten, Redaktion Bahamas, Berliner Bündnis gegen IG Farben

Ankündigung:

Aus gegebenem Anlaß findet am 10.04.2002 im Kaufhaus Kato (im U-Bahnhof Schlesisches Tor) um 19.00 Uhr eine Diskussionsveranstaltung über die zunehmende israelfeindlichen Aggression der deutschen Öffentlichkeit und ihrer Linken statt. Eingeladen sind alle, die diesem europäisch-islamisti schen Durchmarsch nicht achselzuckend zusehen wollen.

Es folgt eine Kopie von http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Karneval-30-5-04.html (1. Juni 2004)

Antisemitischer Überfall auf dem Karneval der Kulturen in Berlin

Zwei unterdrückte Nachrichten:

  1. Am 30. Mai 2004 haben gut 30 militante Antisemiten ganz offiziell unter dem Namen „Aktionsbündnis Mumia Abu-Jamal“ am Kreuzberger „Karneval der Kulturen“ mit einem eigenen Wagen teilgenommen.
  2. Die Mitglieder und Freunde dieses Aktionsbündnisses, die sich selber auch „antizionistische Aktion“ nennen, nutzten den Karnevalsumzug dazu, zwei Freunde Israels zu überfallen, den einen zusammenzuschlagen und den anderen mit einem Messer zu verletzen.

Karneval mit Mumia

Wie jedes Frühjahr wurde auch 2004 in Massenauflage das Programm des Karnevals der Kulturen mit den darin enthaltenen Selbstdarstellungen der beteiligten Gruppen verteilt. Über 70 Initiativen waren beim größten Umzug der Hauptstadt mit einem Wagen, viel Krawall und ihrer je eigenen völkischen Ideologie beteiligt. Allen gemein ist die Klage über den „Verlust an Artenvielfalt bei Pflanzen, Tieren und Menschen“. Der Karneval der Kulturen demonstriere gegen eine „Gleichmacherei“ der Gattung Mensch und für die „Bewahrung kulturellen Erbes“. Unter A führt das „Who is Who“ unter anderen das „Aktionsbündnis Mumia Jamal“ auf, das versprach, mit einem „Mumiawagen mit DJ Wolf (Shrine-Berlin), den Soundpiraten und Philharmonie“ zur Beschallung beizutragen. Über seine Ziele verlautbart dieses Bündnis: „1981 wurde der afroamerikanische Journalist und Schriftsteller wegen Mordes an einem Polizisten verhaftet und im Sommer 1982 in einem manipulierten Schnellverfahren zum Tode verurteilt. Seither sitzt er in der Todeszelle. Das Berliner Bündnis macht mit seinem Wagen auf die Unterschriftenaktion zur Wiederaufnahme seines Prozesses aufmerksam.“ Wer nun glaubt, es handele sich bei der Mumia-Solidarität um eine karnevalistische Kultur des Kampfes gegen die Todesstrafe und für faire Prozeßführung, der irrt. Seit Jahren ist die Solidarität mit dem Rastahaare tragenden Delinquneten in einem amerikanischen Gefängnis und der Aufruf zum weltweiten Jihad gegen die USA und insbesondere Israel nicht mehr zu trennen. Der unbeugsame Gefangene, die Ikone des Protestes, der Märtyrer, der stellvertretend für alle Entrechteten und Gedemütigten leidet, Mumia Abu Jamal persönlich gibt dem Protest die Richtung. Jamal, dem sicherlich zu wünschen ist, daß er von der Vollstreckung der Todesstrafe verschont bleibt, ist keineswegs nur Opfer der US-Justiz, sondern seinerseits ein Täter. Dank der US-amerikanischen freedom of speech kann er aus dem Hochsicherheitstrakt heraus schreiben, was er denkt. Der Ehrenbürger von Paris nutz diese Freiheit zur Abfassung von Mordaufrufen. Zum Mord an Juden, zum Mord an Amerikanern, zum Mord an sogenannten Kolonialisten und anderen weißen Männern und Frauen. Seine Texte erscheinen weltweit in antisemitischen Gazetten wie der Tageszeitung junge Welt oder in entsprechenden Networks der No-Global-, der Antirassismus- oder Islamistenbewegung. Mumia Abu Jamal, stolzer Vertreter der rassistischen Black Power-Bewegung, ist ein wütender Anwalt der Sache der „Schwarzen“. Als Schwarze gelten in seinen Aufsätzen keineswegs nur seine afroamerikanischen Mitbürger in den USA, schwarz sind für ihn darüber hinaus alle Bewohner Afrikas, aber auch alle anderen, die eine dunklere Hautfarbe haben als die Mehrheitsbevölkerung in Mitteleuropa oder den USA. „Der Schwarze“ erscheint in solcher Ideologie als ewiges Opfer, ob nun von „Weißen“, der Kolonialisierung, der Polizei, des Staates, des Imperialismus oder des Rassismus.

Jüdischer Holocaust am arabischen Volk?

Einen ganz prominenten Stellenwert kommt unter den vielen schwarzen Völkern der Welt dem arabischen zu, dessen „Freiheitskampf“ gegen die USA und Israel Abu Jamal lautstark unterstützt. Daß er damit dem Arabismus als den weltweit wohl konsequentesten und am grausamsten agierenden Rassenchauvinismus bedient, daran nehmen seine Fans keinen Anstoß. Wen interessiert es schon, daß aktuell im Sudan moslemische Araber im Zeichen von Islam, Rassenstolz und kultureller Überlegenheit nicht nur gegen christliche, sondern auch gegen moslemische Schwarzafrikaner einen Vernichtungskrieg führen? Mit Mumia interessieren sich auch seine Bewunderer für „die“ Araber allein als die vermeintlichen Opfer Israels, dem „Vorposten des Westens“, der wie die USA das „an sich“ harmonische und autochthone Zusammenleben der arabischen Massen permanent stören würde. Kein Wunder, daß Jamal das stehende Heer zum Kampf für die arabische Sache, die Palästinenser, fast zu einer Art Herrenvolk erklären kann, ohne daß ihm dafür ein Rassismusvorwurf ereilen würde: „Die Palästinenser sind ein schönes, tapferes, angriffslustiges und zugleich umzingeltes Volk (...), das in die sandige Erde seiner palästinensischen Heimat gestampft wird“. (junge Welt, 04.05.02) Jamals Eintreten für „die“ Araber geht so weit, daß er der deutschen Tat an den Juden eine jüdische an den Arabern gleichberechtigt an die Seite stellt. Unter der eigentlich schon alles weitere ausplaudernden Überschrift „Blitzkrieg in Palestine“ schrieb er 2001, ein halbes Jahr nach Ausbruch der sogenannten Al Aksa Intifada, das: „Wovon die Welt gerade Augenzeuge wird, ist die dunkle Nacht palästinensischer Hoffnungen, die Dämmerung ihrer Träume, die größte Bedrohung ihrer nationalen Wünsche. Sie beobachtet einen ironischen Pendelschlag der Geschichte, der ein Volk, dessen Angehörige einst die Objekte einer einen ganzen Kontinent erfassenden Erniedrigung waren, in jene verwandelt, die heute die Beherrscher, die Herren und die Erniedriger eines anderen Volkes sind. (...) Sie träumen von einem araberfreien(!) Israel. Was für eine historische Ironie für ein Volk, deren Angehörige vor ein paar Jahrzehnten das Objekt einer arischen judenrein-Politik war. (Im englischen Original: ,objects of an Aryan judenrein (or Jew-free) policy.“) Für die Araber ist ihre Präsenz ein Alptraum.‘ Das war nur eine Kostprobe aus einer Veröffentlichung von awol.objector. org. Man gehe ins Netz, gebe „Mumia Abu-Jamal“ und „Israel“ oder „Juden“ ein und man wird duzende von Mumia-Texten in allen europäischen Sprachen finden, alle geeignet, den arabischen Vernichtungswunsch gegen Israel in einen edlen Befreiungskampf umzudeuten.

Wer organisiert die Mumia-Solidarität?

Federführend in der Mumia-Solidarität in Deutschland ist eine Gruppe maoistisch orientierter Leute sowohl deutscher wie islamisch-migrantischer Herkunft, die in den 90er Jahren als Revolutionäre internationale Kommunisten (RIM), dann als Revolutionäre Kommunisten (RK) in Erscheinung traten und seit geraumer Zeit unter dem Namen Volkswiderstandsbewegung der Welt (World People’s Resistance Movement) firmieren. Diese Gruppe, die regelmäßig für revolutionäre Kreuzberger 1. Mai-Demonstrationen einsteht, mit der Parole „fight the power“ auf sich aufmerksam macht und insbesondere in den Berliner und Hamburger Szene-Stadtvierteln den revolutionären Volkswiderstand entfachen will, ist keineswegs nur Sammelbecken unangenehmer Spinner, sondern eben auch eines für brandgefährliche Schlägertypen. Schlägertypen, die sich in St. Pauli, dem Karolinen- und Schanzenviertel in Hamburg und in Berlin-Kreuzberg und teilweise Neukölln als Kiezmiliz gegen „Zionisten“ und „Judenfreunde“ aufführen. Ihre gefährlichste Waffe ist das Bündnis mit verhetzten arabischen Jugendlichen aus dem Streetgang-Milieu, deren Gewaltbereitschaft der von neonazistischen Aktivisten durchaus vergleichbar ist.

Was passierte genau?

Am 30.05.2004 gegen 17.00 Uhr zog der „Mumiawagen“ als Bestandteil des „Karnevals der Kulturen“ inmitten eines Menschengewühls durch die Hasenheide. Der Mumia-Wagen wurde von gut dreißig jungen Männern, darunter eine Mehrheit arabischer aber auch türkischer Jugendlicher, die wie eine Security-Mannschaft beim VIP-Besuch miß trauisch um sich blickten, begleitet. Unter diesen Männern stach einer besonders unangenehm ins Auge. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Antizionistische Aktion“. In der Menge am Straßenrand befanden sich auch fünf Antifaschisten, die dergleichen Nazi-Parolen weniger gut finden. Zwei von ihnen riefen dem T-Shirt-Träger zu, was sie von ihm hielten: Er sei ein Antisemit und solle sich verpissen. Das war sicher richtig und mutig nur leider ziemlich unbedacht, denn die fünf wurden daraufhin sofort vom Mumia-Mob angegriffen. Zwei von ihnen konnten sich dem Zugriff nicht mehr durch Flucht entziehen. Den einen traktierten sie solange mit Faustschlägen, bis er zu Boden ging und dort von acht jungen Männern mit Fußtritten gegen den Kopf traktiert wurde. Der andere bekam einen Messerstich in die Hüfte. Der erste erlitt Hämatome am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung, der Messerstich, der den anderen traf, erwies sich zum Glück als nicht lebensgefährlich.

Kiezkrieg im Bündnis mit der „arabischen Straße“

Dieser Vorfall ist nicht der erste, wohl aber der schwerste aus einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die alle mit dem Namen RK verbunden sind:

Am Abend des 10. April 2002 wurde von einigen Aktivisten der RK, verstärkt durch eine Gruppe arabischer Jugendlicher, eine Veranstaltung der Redaktion Bahamas in Neukölln, die sich gegen den unheimlichen Aufmarsch palästinensischer Nationalisten und deutscher Linksnazis am sogenannten Tag des Bodens aussprach, angegriffen. Dabei kamen Schlagstöcke, Totschläger und ein Butterfly-Messer zum Einsatz. Fazit: Ein durch gezielte Knüppelschläge erheblich Verletzter und Glasbruch.

Am 28. Juni 2003 kam es in Kreuzberg gegen Ende des alternativen Christopher Street Day zu Angriffen und Bedrohungen gegenüber israelsolidarischen Teilnehmern durch deutsche und migrantische Jugendliche, die aus dem Umkreis der RK und der Mumia-Soli darität stammen. Man kenne, so einer der einschlägig bekannten Möchtegern-Kiez-Milizi onäre, die antideutschen und andere Zionisten gut und wüßte, wenn sie sich wieder in Kreuzberg für Israel aussprächen, wie mit ihnen zu verfahren sei. Sprach’s und präsentierte Messer und Schlagstock.

Im August 2003 stürmten ca. 20 vermummte Personen an einem lauen Sommerabend auf den Kreuzberger Heinrichplatz, skandierten Parolen wie „Tod Israel“, „Palästina, das Volk wird dich befreien“ oder „Zionisten raus“ und verbrannten eine israelische Fahne. Zeugen dieser Manifestation waren mindestens 200 Leute, die, vor den umliegenden Kneipen sitzend, das Geschehen offensichtlich als einen Ausdruck des Karnevals der Kulturen goutierten.

Am 31. Januar 2004 griffen in Hamburg RK-Kader und deren Sympathisanten ungestört unter „Juden raus“-Rufen Freunde Israels aus einer Antifa-Demonstration heraus an, an der sie nach dem Angriff ungestört weiter teilnehmen konnten.

Am 24.04.2004 haben in Hamburg Mitglieder und Sympathisanten der RK die ca. 200 Teilnehmer einer Demonstration, die für Israel und gegen den europäischen Antisemitismus Stellung nahm, mit Farbeiern, Flaschen und Steinen beworfen und mit antisemitischen und islamistischen Parolen beschimpft. Die Gewalttäter agierten aus einem antisemitischen Mob heraus, der aus immerhin 150 Personen bestand und fast die gesamte Hamburger Linke repräsentierte, der bis heute dazu nur einfällt, daß die Angegriffenen doch selber Schuld seien, schließlich hätten sie ja die Angriffe mit ihrer Pro-Israel Position „provoziert“.

Linkes Pack verträgt sich

Eine Gruppe, die in Berlin aus etwa 20 Personen besteht, und wenn sie ihre arabische Genossen aufwiegelt auf nicht mehr als 50 Personen anwächst, müßte doch eigentlich davon abzubringen sein, antisemitische Gewaltakte zu verüben. Das denken Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser dieser Flugschrift, die Sie solche Umtriebe hoffentlich verurteilen. Allein so einfach ist es nicht. Die genannte Gruppe, als harter Kern des linken Antisemitismus, steht in Berlin genauso wie in Hamburg im Bündnis mit Kreisen, die man nicht als offen gewalttätig oder antisemitisch agierend kennt. Nehmen wir die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), ein personenstarkes umtriebiges Spaltprodukt der im letzten Jahr aufgelösten Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB). Die ALB steht bisher in schöner Regelmäßigkeit im Bündnis mit den Linksnazis von den RK. Das war am 1.Mai 2004 so, als sich am frühen Abend die beiden bis dahin getrennt marschierenden Demonstrationszüge von RK und ALB am Kottbusser Tor zur gemeinsamen Abschlußkundgebung vereinigten. Und das ist heute noch so, denn nicht nur die ALB, sondern auch die No-Global-Gruppe Fels und noch ein ganzer Rattenschwanz von Antifa- und Antira-Initiativen rufen im Bündnis mit den RK zur Demonstration zur NPD-Zentrale in Köpenick und dem Abschiebeknast in Grünau am 6. Juni auf.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, wo die Mehrheit der jüngeren Mitglieder und Sympathisanten der RK sich regelmäßig trifft: Es ist das Jugendzentrum TEK in der Oranienstraße, das vom Bezirksamt für Jugend und Sport Friedrichshain-Kreuzberg betrieben wird. Ein Jugendzentrum, in dem Sozialarbeiter angestellt sind, die der notorisch israelfeindlichen alt-autonomen Szene Kreuzbergs zugehörig sind oder waren und die sehr genau wissen, welche Klientel sie da animieren, ohne auch nur einen Versuch zu unternehmen, deren Vernichtungswunsch gegen Israel entgegen zutreten. Wir weisen auch darauf hin, daß in den Häusern rund um den Heinrichplatz seit Monaten immer wieder die Mordfahnen des palästinensischen Volkes gehißt werden und zwar von Mitgliedern und Sympatisanten der RK. Nimmt daran in einem Bezirk, in dem jeder, der ein Symbol des jüdischen Staates oder der jüdischen Religion trägt, sich den Nachstellungen und Handgreiflichkeiten nicht nur islamischer Jugendlicher kaum erwehren kann, eigentlich noch jemand Anstoß?

Wir sind neugierig,

Berlin, 01. Juni 2004 Redaktion BAHAMAS

Es folgt eine Kopie von http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/kato-10-3-02.html (10. April 2002)

Vortrag und Diskussion Am 10.4.02, 19 Uhr, KATO, Berlin-Kreuzberg zum Thema:

Der unheimliche Aufmarsch

I. Haß in den zionistenfreien Zonen

Es gehört nicht zu den Gepflogenheiten der BAHAMAS-Redaktion sich zu beklagen, wohl aber, zu spalten wo es nötig ist. Es soll also nicht darüber lamentiert werden, daß Linksruck-Aktivisten zusammen mit palästinensischen Bündnispartnern Leute zusammenschlagen, die sich für Israel und gegen Deutsch land aussprechen. Es soll zunächst ledigl ich bekannt gemacht werden, welche antisemitische Kiezmiliz in welchem Berliner Stadtteil ihr Unwesen treibt, was der autonome SA-Sturm in Indymedia abläßt und welcher ASTA in Treue fest mit seinem palästinensischen und islamistischen Ausländerbereich gegen Israel und die Juden zum „Tag des Bodens“ einlädt. Die Redaktion gibt schon ein mal einige unterdrückte Nachrichten weiter, etwa die, daß am 20.03.2002 in der vollbesetzten Kreuzberger Emmaus-Kirche anlässlich einer Aussprache zwischen Innensenator Körting, Professor Grottian und Linksradikalen über den Ablauf des Kreuzberger 1. Mais an die 100 von 500 anwesenden Linken und Links radikalen „Nazis raus“ skandiert haben. Zum Rausgehen sollten nicht etwa die überall herumlungernden Zivilbullen genötigt werden, die jedenfalls äußerlich von Stiefelnazis nicht allzuviel unterscheidet, sondern ein Mann, der am Saalmikrophon seiner Befürchtung Ausdruck gab, es könnte am Kreuzberger 1. Mai zu israelfeindlichen und antisemitischen Manifestationen für das palästinensische Volk kommen. Bezeichnenderweise hielt es während dieses autonomen Kirchentags mit Innense nator und Antifaschistischer Aktion Berlin niemand für angebracht, sich mit dem Warner solidarisch zu erklären, oder doch wenigstens sich von der Identifizierung Israels mit dem Nationalsozialismus durch immerhin 100 Krakeeler zu distanzieren. Ob es ihnen bewußt war oder nicht, durch ihr interessiertes Nichtverhalten hat die schweigende Mehrheit dem Wunsch ihres schon restlos depravierten Anhangs nach „zionistenfreien Zonen“ wie es auf Friedrichshainer Häuser gesprüht steht und im „Nazis-raus“-Gebrüll in der Kreuzberger Kirche sich erneut manifestierte beigepflichtet.

II. Den Haß überwinden – Kampf gegen die Gloablisierung

Und das hat Gründe, die keineswegs in falsch verstandener Solidarität mit den offenen Antisemiten in den eigenen Reihen liegt. Schließlich hassen sich die Mitglieder keiner Solidargemeinschaft so fanatisch und besinnungslos wie die der linken. Nirgends ist das Gerücht, die halböffentliche Verdächtigung, der offene Rufmord so sehr zu Haus wie unter ihnen und dennoch verkünden sie in einem Satz ewige Fatwas untereinander, um im darauf folgenden inbrünstig die Einheit zu beschwören. Der ewige Radau täuscht unterschiedliche Vorhaben nur vor. Die im dauernden Bürger- oder besser Kiez-Krieg scheinbar Eingebunkerten suchen längst Abfuhr in der Bündelung des unendlichen Hasses gegen einen einigenden Feind. Radikale Linke gleich welcher Couleur sind sich einig in ihrer Gegnerschaft zu Kriegstreibern, womit immer schon die USA und Verbündete gemeint sind und sogenannten staatlichen Rassismus. Sie wissen sich zugleich einig in der Unterstützung der Antiglobalisierungsbewegung, wie sie sich kürzlich beim Gegengipfel in Porto Alegre verlautbart hat. Sie fühlen sich verbunden mit den jüngsten Protesten gegen Sozialabbau in Italien und der Großdemonstration im Anschluß an den EU-Gipfel vom 16.03.2002 in Barcelona. Wer würde hinter so scheinbar allgemeinen und freundlich klingenden Vorsätzen etwas anderes vermuten als guten Willen, wer würde da gar mißtrauisch werden? Hoffentlich alle, die das „Abschlußdokument Porto Alegre“, verabschiedet von den „Sozialen Bewegungen“, vom 05.02.2002 gelesen haben.

III. Für den Schutz der Arten

Wir zitieren: „Wasser, Erde, Nahrung, Wald, Saatgut, Kultur und die Identität der Völker (Hervh. Redaktion BAHAMAS) sind das Erbe der gesamten Menschheit, der augenblicklichen und zukünftigen Generationen. In dieser Hinsicht ist eine der wichtigsten Aufgaben der Schutz der Artenvielfalt. Die Völker haben ein Recht auf gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel ohne gentechnische Veränderungen. Die Selbstbestimmung über die Art der Ernährung im nationalen, regionalen und lokalen Raum ist ein Grundrecht und dies durchzusetzen ist der Schlüssel zu einer demokratischen Agrarreform (...).“

Soll heißen: Es gibt keine Individuen, nur Völker. Rechte und Bedürfnisse sind daher allein als natürliche Eigentumstitel von Zwangskollektiven zulässig. Wenn die Völker schon ein Recht auf den Schutz „ihrer“ Getreidearten haben, haben sie dann nicht auch ein Recht auf den Schutz vor artwidriger Durchmischung genetischer wie kultureller Art? Was in der zitierten Passage schon allzu deutlich anklingt, findet bedrückende Bestätigung im neunten und letzten Spiegelstrich der Rubrik, „Deshalb kämpfen wir“, aus der gleichen Erklärung:„Für das Selbstbestimmungsrecht ins be sondere der indigenen Völker. (...) Nur der Kampf der Völker kann konkrete Fortschritte annehmen.“

Gegen dieses „wir“ muß man kämpfen wie gegen jede braune oder radikalökologische Ideologie auch. Man müßte es schon dann, wenn man über dieses Sozialforum und seine begeisterten Anhänger nur das wüßte, was hier zitiert wurde. Hier marschiert der Strasser-Flügel der radikalen Linken, das ist die Anschlußstelle zu den bekennenden Nazis. Hier ist die alte Befürchtung wahr geworden: rot und braun sind nicht mehr unterscheidbar. Wer noch zweifelt, dem sei nachgetragen, was (in der gleichen Erklärung) auf das Bekenntnis zu Blut und Boden zwingend folgt: “Eine der fundamentalsten Aufgaben unserer Bewegung ist es, die Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seinem Kampf für Selbstbestimmung angesichts der brutalen Besetzung durch den israelischen Staat zu organisieren. Dies ist für die kollektive Sicherheit aller Völker dieser Region lebenswichtig.“

IV. Zusammen kämpfen – gegen Israel

In Barcelona sind jüngst mehr als 100.000 gegen die Globalisierung marschiert. In ihrer Mitte und unbeanstandet marschierten die ganz Rechten von Herri Batasuna und Schlim mere. In Paris luden am 16.03.2002 fast alle linken Organisationen zum antiisraelischen Meeting, 10.000 sind gekommen. In Italien rufen immer größere Teile der radikalen, globalisierungskritischen Linken unverhohlen zum Boykott israelischer Waren und Einrich tungen auf. An den „phantasievollen“ und mäch tigen Kundgebungen gegen Neoliberalis mus und Sozialabbau in diesen Ländern solle man sich ein Beispiel nehmen, rufen uns die Verwalter des nicht nur Berliner Kiezgewissens zu, als wüßten sie nicht wovon sie reden. Sie sagen: Laßt Euch nicht spalten und sie schweigen, wenn der Mob genau dann „Nazis raus!“ schreit, wenn sich einer gegen die Völker und für Israel aussprechen will. Mit dem Sozialforum von Porto Alegre behaupten sie gegen jede Evidenz „der Islam wird dämonisiert“. Sie sind längst mit dem Dämon im Bunde, der hierzulande nur ausnahmsweise isla misch ist, in der Regel aber deutsch und links. Er reicht vom Außenminister zum Lite ratur­nobelpreisträger, vom wahlweise stali nis tischen oder trotz kistischen Parteimit glied bis zum anarchistischen Ökobauern und immer mehr auch zu jenen, die am 1. Mai in Kreuz berg Steine werfen, weil ihnen der Gegner zuneh­mend als das gleiche volks fremde Element erscheint wie ihren Brüdern in Ramallah. Ideologische Barrieren und scheinbar unvereinbare „inhaltliche Positio nierungen“ überwindet und vereint der unheim liche Aufmarsch der Völker gegen Israel.

Die Redaktion BAHAMAS lädt ein zu einer Veranstaltung, die ganz der Spaltung und dem Widerstand verpflichtet ist. Sie lädt alle ein, die den „unheimlichen Aufmarsch“ immer größerer Teile der deutschen Linken und mit ihnen der demokratischen Öffentlichkeit mit Sorge beobachten und nicht einfach nur zusehen möchten. Eine Spaltung soll vertieft werden zwischen (notwendig antideutschen) Kommunisten und anständigen Deutschen, zwischen Freunden Israels und dem Kartell der Nahost-Experten, zwischen solchen, die dem Menschen ein Helfer sein wollen und jenen, die es mit den Völkern halten. Im Anschluß an die Vorträge hoffen wir auf eine Diskussion darüber, ob und wie dem un heimlichen Aufmarsch der Völkerfreunde etwas entgegengesetzt werden kann. Zum Beispiel am 13.04.2002 wenn eine Landsmannschaft aus Deutschen und Palästinen sern in Berlin für ein angebliches Rückkehr recht von 4 Millionen sogenannten Ver trie benen nach Israel marschieren wollen. Zum Beispiel am 12.05.2002 wenn endlich ein mal bundesweit vor dem Auswärtigen Amt für Israel und gegen die deutsch-pa läs ti nensische Kumpanei protestiert werden wird.

Am 10.4.02, 1900, KATO, Berlin-Kreuzberg

Redaktion BAHAMAS (28.03.2002)

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